Betriebliche Altersvorsorge

2018 reformierte das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz die betriebliche Altersversorgung (bAV). Besonders für kleine und mittlere Unternehmen werden stärkere Anreize geschaffen, die betriebliche Altersversorgung ihrer Mitarbeiter zu fördern. Einige Gesetzesänderungen betreffen alle Arbeitgeber, die bereits eine bAV anbieten. Sie sollten Ihre bestehenden Versorgungsordnungen umgehend auf Änderungsbedarf prüfen und überarbeiten. Ziel: Die Betriebsrenten für alle Beteiligten optimieren und die Ausgestaltung künftiger Modelle anstoßen.

Rahmenbedingungen

Steuerliche Förderung

Bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) können steuerfrei in eine bAV gezahlt werden, nach aktueller BBG-West sind das 6.624 EUR jährlich. 4 % der Beiträge sind zudem sozialversicherungsfrei (276 EUR monatlich). Beiträge von bisher bestehenden „Alt“-Direktversicherungen nach § 40 b EStG werden dabei angerechnet.

Förderbetrag für Mitarbeiter mit einem Einkommen bis 2.200 EUR

Zahlt der Arbeitgeber zwischen 240 und 480 EUR jährlich in eine zusätzliche bAV ein, kann er 30 % davon bei der nächsten Lohnsteuer-Anmeldung verrechnen, max. 144 EUR. Dieser Vorteil gilt zusätzlich zu den anderen staatlichen Förderungen und nur für Mitarbeiter mit einem monatlichen Bruttoeinkommen bis 2.200 EUR. Der Beitrag kann weiterhin als Betriebsausgabe abgesetzt werden.

Mitarbeiterbindung wird hier staatlich gefördert. Überprüfen Sie bestehende Betriebsvereinbarungen – auch Teilzeitkräfte können einbezogen werden.

Reform der betrieblichen Altersvorsorge

Pflicht-Arbeitgeberzuschuss: Weitergabe der Sozialversicherungs-Ersparnis

Bei einer Entgeltumwandlung (Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds) spart i. d. R. nicht nur der Arbeitnehmer, sondern auch der Arbeitgeber Sozialabgaben. Ab 2019 muss der Arbeitgeber bei Neuverträgen, sofern er Sozialversicherungsbeiträge spart, pauschal 15 % in den bAV-Vertrag des Arbeitnehmers als Zuschuss einzahlen. Bei bestehenden Verträgen greift diese Regelung ab 2022.

Wichtiges Argument für Arbeitnehmer – bAV rechnet sich künftig noch mehr. Überprüfen Sie bestehende Regelungen der Arbeitgeberzuschüsse, um Doppelansprüche zu vermeiden.

Abfindungen steuerfrei für Altersvorsorge verwenden

Es wird attraktiver, eine Abfindung des Arbeitgebers bei Ausscheiden des Mitarbeiters steuerfrei in eine bAV-Anwartschaft zu investieren (im Rahmen der sogenannten Vervielfältigungsregelung). Für max. zehn Berufsjahre können bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei eingezahlt werden – 2020 liegt der Höchstbetrag, mit aktueller BBG-West gerechnet, bei 33.120 EUR.

Mehr Gestaltungsspielräume für den Aufbau einer bAV-Anwartschaft beim Ausscheiden von Mitarbeitern.

Nachholen von Beiträgen für die bAV

Arbeitsleben mit Unterbrechungen durch z.B. Elternzeit oder Auslandsentsendungen gehören heutzutage zum Berufsalltag. Dadurch wird nicht kontinuierlich in die bAV eingezahlt, es entstehen Versorgungslücken. Inzwischen ist es möglich, Beiträge für ruhende Arbeitsverhältnisse nachzuholen. Das ist pro Kalenderjahr bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze und für max. zehn Kalenderjahre möglich.

Freibetrag für Altersvorsorge bei der Grundsicherung

Durch den Freibetrag von bis zu 216,00 EUR für eine zusätzliche Altersvorsorge wie z.B. eine bAV wird diese weniger auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. Eine bAV wird für Mitarbeiter, insbesondere mit geringem Einkommen, attraktiver und sie erhalten mehr von ihrer zusätzlichen Vorsorge.

Wichtiges Argument für Arbeitnehmer – bAV rechnet sich künftig noch mehr. Vorsorgen lohnt sich – für jeden!

Freibetrag für die gesetzliche Krankenversicherung bei Betriebsrenten

Ab 2020 müssen Rentner erst ab einer monatlichen Rentenhöhe von 159,25 EUR Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung zahlen.